Scheinselbstständigkeit erledigt sich nicht „von allein“. Die Übergangsregelung bis Ende 2026 gibt dir Zeit. Aber sie gibt dir keinen dauerhaften Schutz. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) prüft weiter und sie prüft kritischer als früher.
In diesem Beitrag bekommst du Klarheit:
- Du verstehst, was Scheinselbstständigkeit in der Praxis bedeutet
- Du erkennst, warum Abwarten riskant ist
- Du lernst drei Modelle, die du sauber aufsetzen kannst und die in der Praxis funktionieren
- Du lernst, wie du Rollen, Außenwirkung und Abläufe trennscharf organisierst

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Die Inhalte wurden mit Rechtsanwältin Julia Ruch erarbeitet, aber die Einordnung hängt immer von deinem konkreten Setup und dem gelebten Alltag ab. Hol dir für deinen Einzelfall bitte juristischen Rat (z. B. bei spezialisierten Kanzleien oder Expert:innen für Sozialversicherungsrecht).
Was „Scheinselbstständigkeit“ wirklich bedeutet
„Scheinselbstständigkeit“ ist oft ein Medienbegriff. Juristisch geht es meist um abhängige Beschäftigung.
Das passiert, wenn jemand offiziell selbstständig arbeitet, im Alltag aber wie eine angestellte Person eingebunden ist.
Wichtig: Nicht der Vertrag entscheidet, sondern die gelebte Realität.
Typische Warnsignale aus Studio-Alltag und Kursbetrieb
Wenn mehrere Punkte gleichzeitig zutreffen, steigt das Risiko deutlich. Aus der Sicht des Studios gibt es typische Warnsignale:
- Du gibst feste Kurspläne vor
- Es gibt feste Vergütung ohne echte Verhandlung
- Räume und Material nutzt die Honorarkraft kostenlos
- Die Honorarkraft hat keinen eigenen Marktauftritt in Form einer eigenen Website (bei Instagram einen Instagram for Business Account)
- Es gibt nur einen Auftraggeber
- Die Honorarkraft steht auf deiner Website als Teil des Teams
Unser Tipp: Mit der 1-Klick Website von Fyndery erstellst du deine eigene Website und damit deinen Markenauftritt im Handumdrehen. Keine komplizierte Technik, keine langen Wartezeiten. Deine Website ist sofort einsatzbereit. Mit einem Knopfdruck entsteht deine SEO-optimierte One-Pager-Website aus den Daten und Informationen im Buchungstool. Deine Kurse, Bewertungen und der Buchungskalender werden automatisch integriert und synchronisiert.
Warum Yoga, Fitness und Pilates besonders anfällig sind
Diese Branche lebt von flexiblen Modellen. Honorarkräfte sorgen für Vielfalt im Kursplan, Trainer:innen arbeiten flexibel und Studios wollen Planungssicherheit ohne Arbeitgeberpflichten. Doch genau diese Gruppenformate mit häufig festen Slots und standardisierten Abläufen, also die Mischung aus Planbarkeit und Routine, wirken aus Prüfsicht schnell wie ein Angestelltenverhältnis, auch wenn beide Seiten zufrieden sind.
Herrenberg-Urteil & Übergangsregelung bis Ende 2026: Was das für dich heißt
Seit dem Herrenberg-Urteil gelten die Maßstäbe noch klarer:
Je weniger unternehmerische Freiheit und je geringer das wirtschaftliche Risiko, desto höher das Risiko einer abhängigen Beschäftigung.
Dazu kommt die Übergangsregelung bis Ende 2026 (§ 127 SGB IV). Das bedeutet:
Du bekommst Zeit, Modelle zu prüfen und umzubauen, aber du bekommst keinen Freibrief. Nach 2026 wird wieder strenger geprüft. Abwarten kostet dich Gestaltungsspielraum.
Die „Perlenkette“ der Selbstständigkeit: So denkt die DRV
Stell dir Selbstständigkeit wie eine Perlenkette vor. Jede Perle steht für ein Merkmal, das Selbstständigkeit im Alltag sichtbar macht. Je mehr echte Perlen du hast, desto stabiler wirkt das Gesamtbild.
Wichtige Perlen aus der Praxis für Kursanbietende:
- dokumentierte Honorarverhandlungen
- Nutzungsgebühren für Raum und Material
- eigenständige Organisation von Vertretungen
- eigener Marktauftritt mit Website und Social Media Business Accounts
- klare Verantwortlichkeit für Buchung, Kommunikation und Abrechnung (z.B. via Fyndery)
Du vereinbarst diese Punkte nicht nur. Du lebst sie und zeigst damit, dass du wirtschaftlich unabhängig und selbstständig bist.
Drei Modelle, die 2026 in der Praxis funktionieren
1) Anstellung im Studio: klare Arbeitgeber-Strukturen
Das ist die sauberste Option, wenn du vollständige Arbeitgeber-Strukturen willst: klare Weisungsgebundenheit, klare Prozesse und klare Pflichten für Arbeitgeber (Studio) und Arbeitnehmer (Trainer:in).
2) Studio-Zusammenarbeit mit Honorarkräften, aber mit klarer Anbieterrolle der Honorarkraft
Das klassische Honorarmodell kippt, wenn das Studio faktisch alles steuert. Diese Punkte solltest du unbedingt vermeiden:
- Zeiten, Ort, Ablauf vorgeplant
- Vergütung ohne Verhandlung
- Buchung und Bezahlung komplett über das Studio
- Außenauftritt: Lehrkraft wirkt wie „Team“
Das klassische Honorar-Modell bleibt möglich, wenn du es so gestaltest, dass Selbstständigkeit im Alltag sichtbar wird: klare Rollen, klarer Außenauftritt, klare Zuständigkeiten für Buchung, Kommunikation und Abrechnung.
Zielbild: Honorarkraft als echte Anbieter:in, Studio als Partner. Rollen trennen heißt:
- Wer bietet den Kurs an?
- Wer tritt nach außen auf?
- Wer organisiert Buchung, Storno und Kommunikation?
- Wer rechnet ab?
Je klarer die Antworten, desto stabiler wirkt dein Modell.
3) Raumvermietung: Studio als Vermieter, Lehrkraft als Kursanbieter:in
Viele Studios wechseln in ein Modell, das aus Prüfsicht stark ist: Das Studio wird Vermieter. Die Lehrkraft wird eigenständige Kursanbieterin.
Das wirkt sauber, weil Rollen klar getrennt sind:
- Die Lehrkraft trägt wirtschaftliches Risiko (z. B. Miete unabhängig von Teilnehmerzahl)
- Sie organisiert Inhalte, Kommunikation und Vertretung
- Sie tritt gegenüber Teilnehmer:innen als selbstständige Anbieter:in auf mit allen wesentlichen Merkmalen: Website, Buchungstool, Rechnungsstellung, etc.
Achtung: Das Modell kippt, wenn „Vermietung“ nur auf dem Papier existiert, etwa wenn das Studio wieder Buchung, Bezahlung und Kommunikation übernimmt.
Fyndery Feature: Kalender-Vernetzung mit dem smarten Multi-Provider-System
Ein Studio. Mehrere Anbietende. Ein gemeinsamer Kalender.
Fyndery verbindet unabhängige Lehrer:innen und Studios in einem klar strukturierten Buchungssystem. Ohne rechtliche Vermischung und ohne organisatorisches Chaos.
Wie Fyndery dich dabei unterstützt

Fyndery ist das führende All-In-One Kursbuchungssystem für Yoga, Sport und Mind. Du verwaltest je nach Bedarf deine Kurse, Buchungen, Rechnungen und eigene Website auf einer Plattform.
Mit Fyndery und der 1-Klick Website gestaltest du deinen eigener Markenauftritt einfach, schnell und ganz ohne Stress: perfekt für Yogalehrende und Kursanbietende in den Bereichen Fitness, Pilates, Breathwork und mentale Gesundheit.
Kurz gesagt: Du machst deine Marke sichtbar und dokumentierst Abläufe leichter. Das reduziert Vermischung und damit dein Risiko.
Konkrete Beispiele in der Praxis für Studios
Konkrete Beispiele
- Anbieter-Profile statt „anonymer“ Kurslisten
- Eigene Kursseiten pro Trainer:in (sauberer Außenauftritt, klare Rollen nach außen)
- Strukturierte Prozesse für Kurse, Buchungen und Rechnungen
- Übersicht über Kooperationen und Verantwortlichkeiten
Mini-Check: So wird dein Setup stabiler
- Du dokumentierst Honorarverhandlungen
- Du präsentierst Honorarkräfte als Anbietende, nicht als Mitarbeitende
- Du trennst Zuständigkeiten für Kommunikation, Vertretung und Abrechnung
Konkrete Beispiele in der Praxis für Kursanbietende
Konkrete Beispiele
- Mit unserer 1-Klick Website erstellst du unkompliziert deinen Internetauftritt und deine Markenpräsenz
- eigene Kursseiten pro Trainer:in (dein Angebot ist klar dir zugeordnet)
- strukturierte Prozesse für Kurse, Buchungen und Rechnungen
Mini-Check: So wird dein Setup stabiler
- Du stärkst deinen eigenen Marktauftritt (Website/Profil)
- Du dokumentierst Honorarverhandlungen (z. B. per E-Mail/Angebot)
- Du klärst und lebst Zuständigkeiten für Kommunikation, Vertretung und Abrechnung (aus deiner Anbieterrolle heraus)
FAQs
Meist geht es juristisch nicht um den Begriff selbst, sondern um die Frage, ob eine Tätigkeit in Wahrheit eine abhängige Beschäftigung ist. Entscheidend ist nicht, was im Vertrag steht, sondern wie die Zusammenarbeit im Alltag gelebt wird.
Nein. Verträge helfen nur, wenn sie zu eurem Setup passen und sich im gelebten Alltag wiederfinden. In Prüfungen zählt die Praxis.
Wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, wird es kritisch: feste Vorgaben zu Zeiten und Ablauf, Vergütung ohne echte Verhandlung, kostenlose Nutzung von Raum/Material, fehlender eigener Marktauftritt, nur ein Auftraggeber oder ein Außenauftritt, der die Lehrkraft wie „Team“ erscheinen lässt.
Weil Gruppenformate oft mit festen Slots und standardisierten Abläufen arbeiten. Diese Mischung aus Planbarkeit und Routine wirkt aus Prüfsicht schnell wie Eingliederung, auch wenn beide Seiten zufrieden sind.
Die Maßstäbe sind klarer und strenger: Je weniger unternehmerische Freiheit und je geringer das wirtschaftliche Risiko, desto höher das Risiko einer Einordnung als abhängige Beschäftigung.
Fyndery unterstützt dabei, Anbieterrollen sichtbar zu machen (z. B. Anbieter-Profile, eigene Kursseiten), Prozesse zu strukturieren (Buchung, Rechnungen) und bei mehreren Anbietenden im Studio den Überblick zu behalten (gemeinsamer Kalender/Multi-Provider-Setup).
Weil er die Anbieterrolle nach außen sichtbar macht. Ohne eigenen Auftritt wirkst du schneller wie „Teil des Studios“. Mit der 1-Klick Website von Fyndery trittst du als eigenständiger Anbieter auf.