Scheinselbstständigkeit ist kein Randthema mehr. Die Deutsche Rentenversicherung prüft genauer, und immer öfter fällt dabei ein Begriff, der vielen Studios und Kursanbietenden Bauchschmerzen macht: Statusfeststellungsverfahren. Dahinter steckt im Kern eine Frage, die über Nachzahlungen, Beiträge und eure Zusammenarbeit entscheidet: Ist die Tätigkeit wirklich selbstständig oder in der gelebten Praxis doch eine abhängige Beschäftigung?
Gerade bei Yoga, Pilates und Fitness entstehen Risiken nicht aus schlechter Absicht, sondern aus dem gewöhnlichen Alltag: feste Kurszeiten, klare Abläufe, Buchung über das Studio, ein Außenauftritt wie „Team“. Das fühlt sich für alle normal an, kann in einer Prüfung aber anders bewertet werden. Und wichtig ist: Nicht der Vertrag allein zählt, sondern das, was ihr tatsächlich lebt. Die gute Nachricht: Es gibt ein Modell, das Sicherheit verspricht.

In diesem Blogbeitrag stellen wir dir das Mietstudiomodell vor. Du lernst, warum es das sichereste Modell ist, worauf Prüfende achten und welche Warnsignale du ernst nehmen solltest. Denn Scheinselbstständigkeit erledigt sich nicht „von allein“. Die Übergangsregelung bis Ende 2026 gibt dir Zeit. Aber sie gibt dir keinen dauerhaften Schutz. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) prüft weiter und sie prüft kritischer als früher. Wir beantworten folgende Themen:
- Was das Mietstudiomodell aus Prüfsicht stark macht
- Wo es in der Praxis häufig kippt
- Wie du es in der Praxis so aufsetzt, dass Rollen im Alltag klar bleiben
- Wie du mit Fyndery Belegung, Anbieter:innen und Prozesse sauber organisierst
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Die Inhalte wurden mit Rechtsanwältin Julia Ruch erarbeitet, aber die Einordnung hängt immer von deinem konkreten Setup und dem gelebten Alltag ab. Hol dir für deinen Einzelfall bitte juristischen Rat (z. B. bei spezialisierten Kanzleien oder Expert:innen für Sozialversicherungsrecht).
Was ist das Mietstudiomodell?
Beim Mietstudiomodell ist das Studio Vermieter. Die Lehrkraft tritt als eigenständige Kursanbietende auf, organisiert Inhalte, Kommunikation und Vertretung und trägt das wirtschaftliche Risiko ihres Angebots. Genau diese Kombination ist der Grund, warum das Modell aus Prüfsicht häufig als „stimmiger“ wahrgenommen wird: Die Anbieterrolle liegt sichtbar bei der Lehrkraft, nicht beim Studio.
Das Ziel: klare Rollen. Keine „Vermischung“ wie im klassischen Honorarmodell. Das Studio stellt Raum, Zeitfenster und Infrastruktur bereit. Die Anbieter:innen planen, vermarkten und verkaufen ihre Kurse selbst.
Warum das Modell stark ist
Stark wird das Modell aber erst dann, wenn du typische Fehler vermeidest. Das Mietmodell kippt schnell, wenn Vermietung nur auf dem Papier existiert und das Studio im Hintergrund weiter „Anbieter“ spielt. Denn sobald das Studio wieder die zentrale Drehscheibe für Verkauf, Kommunikation und Abrechnung wird, verschwimmt die Rollenlogik und genau das erzeugt Risiko.
Wenn du es konsequent umsetzt, sprechen zentrale Punkte für Selbstständigkeit:
- Die Lehrkraft trägt wirtschaftliches Risiko (z. B. Miete unabhängig von Teilnehmerzahl)
- Sie hat einen eigenen Webauftritt (zum Beispiel mit der Fyndery 1-Klick Website)
- Sie organisiert Kursinhalte, Kommunikation und Vertretungen selbst mit einem eigenen Buchungstool wie Fyndery
- Sie tritt gegenüber Teilnehmer:innen als Anbieter:in auf
Damit entsteht im Alltag ein Bild, das zur Selbstständigkeit passt.
Die häufigsten Fehler (und warum das Modell dann kippt)
Das Mietstudiomodell kippt, wenn es nur auf dem Papier existiert.
Typische Kipp-Punkte:
- Das Studio übernimmt Buchung und Bezahlung
- Teilnehmer:innen laufen nur über Studio-Kanäle
- Die Lehrkraft wird wie Teil des Studio-Teams dargestellt
- Die Lehrkraft ist in Studioabläufe eingebunden wie Mitarbeitende
Kurz: Das Studio spielt wieder Anbieter und genau das erzeugt Risiko.
So setzt du das Mietstudiomodell sauber auf (Praxis-Setup)
Für ein stabiles Modell, benötigst du klare Entscheidungen:
1) Slots und Räume festlegen
Das Studio definiert Zeiten, Raumkapazität, Regeln zur Nutzung (Schlüssel, Reinigung, Equipment).
2) Verantwortlichkeiten schriftlich festhalten und im Alltag leben
Wer macht Buchung? Wer kommuniziert bei Ausfällen? Wer stellt Rechnungen? Wer ist Veranstalter:in?
3) Außenauftritt trennen
Das Studio bewirbt Studio und Infrastruktur.
Die Anbieter:innen bewerben ihr Angebot als Anbieter:innen.
Auf Kursseiten ist klar erkennbar, wer der Veranstalter ist.
4) Prozesse für Vertretung und Ausfall klären
Vertretungen organisiert die Anbieter:in. Studio-Regeln bleiben Studio-Regeln (z. B. Zugang, Ruhezeiten).
Wie Fyndery dir beim Mietstudiomodell hilft
Im Vermietmodell brauchst du vor allem Übersicht und klare Prozesse.
Fyndery ist das führende All-In-One Kursbuchungssystem für Yoga, Sport und Mind. Du verwaltest je nach Bedarf deine Kurse, Buchungen, Rechnungen und eigene Website auf einer Plattform.
Fyndery Feature: Kalender-Vernetzung mit dem smarten Multi-Provider-System
Ein Studio. Mehrere Anbietende. Ein gemeinsamer Kalender.
Fyndery verbindet unabhängige Lehrer:innen und Studios in einem klar strukturierten Buchungssystem. Ohne rechtliche Vermischung und ohne organisatorisches Chaos.

So unterstützt dich Fyndery konkret:
- Ein Kalender für deine Räume und Belegungen
- Überblick über alle eingemieteten Anbieter:innen
- Anbieter:innen treten mit eigenem Auftritt auf und organisieren ihre Kurse
- Klare Struktur für Buchungen und Abrechnung (ohne Rollenmix)
Mini-Beispiel:
Drei Kursanbieter:innen buchen sich für ihre Stunden an diesen Tagen in dein Studio ein. Diese Stunden sind direkt auf der Studio-Website sicht- und buchbar, ohne Zugriff des Studios auf die Daten, Informationen oder Rechnungen der Teilnehmenden. Zusätzlich vermarketet jede:r Kursanbieter:in diese Kurs über die eigene Website und weitere Kanäle.
Mini-Check: Ist dein Mietmodell im Alltag wirklich „Vermietung“?
- Anbietende haben eine eigene Website und eigenen Markenauftritt (Social Media Accounts)
- Buchung und Kommunikation laufen über die Anbietenden
- Teilnehmende wissen klar, wer Veranstalter ist
- Studio ist Gastgeber/Vermieter und nicht Kursanbieter
Fazit: Raumvermietung ist kein Automatismus. Wenn du Rollen sauber hältst, ist das Modell für 2026 und darüber hinaus eine starke Option.
FAQs
Beim Mietstudiomodell ist das Studio Vermieter und stellt Räume, Slots und Infrastruktur bereit. Kursanbietende treten als eigenständige Veranstaltende auf, organisieren ihr Angebot selbst und tragen das wirtschaftliche Risiko. Ziel ist eine klare Trennung: Studio bleibt Gastgeber, Anbieter:innen bleiben Anbieter:innen.
Weil die Anbieterrolle sichtbar bei der Lehrkraft liegt und nicht beim Studio. Wenn Anbietende selbst vermarkten, selbst buchen lassen und selbst abrechnen, wirkt das im Alltag deutlich eigenständiger als ein klassisches Honorar-Setup mit starker Studio-Steuerung.
Wenn Vermietung nur auf dem Papier steht und das Studio im Alltag wieder „Anbieter“ spielt. Das passiert besonders, wenn das Studio Buchung und Bezahlung übernimmt, Teilnehmende nur über Studio-Kanäle kommen oder Lehrkräfte wie Teil des Studio-Teams dargestellt werden und keinen eigenen Webauftritt haben.
Fyndery unterstützt vor allem bei Übersicht und Prozessen: ein Kalender für Räume und Belegungen, Überblick über eingemietete Anbietende, klare Struktur für Buchung und Abrechnung und gleichzeitig ein Außenauftritt, in dem Anbieter:innen mit eigenem Auftritt sichtbar bleiben.
Das Multi-Provider-System vernetzt mehrere unabhängige Anbietende in einem gemeinsamen Kalender-Erlebnis. Für Kund:innen wirkt es wie ein gemeinsames Angebot; im Hintergrund bleiben Studio (Host) und Anbietende getrennt organisiert. Das reduziert organisatorisches Chaos und hilft, Rollen sauber zu halten.
Ja, wir empfehlen einen eigenen Webauftritt als wichtiges Signal für Selbstständigkeit. Mit der Fyndery 1‑Klick Website können Kursanbietende schnell eine eigene Website aufsetzen und ihr Angebot als eigene Marke darstellen.